Balkonkraftwerk Förderung in den Bundesländern: Wo sich der Förderantrag lohnt
Während der Bund auf Steuererleichterungen setzt, ist die Situation in den Bundesländern und Regionen ein Flickenteppich.
Berlin, Sachsen & Baden Württemberg
Berlin war lange Zeit Vorreiter. Ab sofort können für das Förderprogramm SolarPLUS wieder Anträge gestellt werden. Genauere Informationen zur Antragsstellung erhälts du bei der Investitionsbank Berlin. In Sachsen ist die Sächsische Aufbaubank Förderbank (SAB) eine zentrale Anlaufstelle, auch wenn Programme dort oft pausieren. In Baden Württemberg gibt es ebenfalls immer wieder lokale Initiativen. Wenn du auf Schlagzeilen wie „Förderstopp“ stößt: Keine Panik. Viel wichtiger ist die Erkenntnis, dass die Preise für Mini Solaranlagen so stark gesunken sind, dass sich die Stromerzeugung auch ohne direkten Zuschuss rechnet.
NRW, Bayern & Mecklenburg Vorpommern
Besonders in NRW, Bayern und Mecklenburg Vorpommern setzen viele Städte auf eigene Klimaschutzprogramme. Die Suche nach einer Förderung für Steckersolargeräte führt oft direkt zur Stadtverwaltung. Ob an der Fassade, im Garten oder auf dem Balkon – die Solarenergie wird lokal oft massiv unterstützt.
Regionale Zuschüsse: Wer fördert wo? (Stand Ende 2025)
Die Förderlandschaft für Stecker-Solargeräte ist lokal sehr unterschiedlich. Während einige Bundesländer eigene Programme aufgelegt haben, setzen andere Regionen vollständig auf kommunale Lösungen ihrer Städte und Gemeinden.
1. Förderung auf Landesebene
In diesen Bundesländern gibt es aktuell (Stand Ende 2025) noch spezifische Landesprogramme:
- Berlin: Das Förderprogramm "SolarPLUS" bietet eine Pauschale von 250 € pro Anlage (jedoch läuft diese Förderung für Stecker PV Anlagen nun aus).
- Sachsen: Hier erhalten Mieter über die Sächsische Aufbaubank (SAB) einen Zuschuss von 300 €.
- Mecklenburg-Vorpommern: Mieterhaushalte werden mit bis zu 500 € unterstützt (Mittel für Eigentümer sind hier oft vorzeitig erschöpft).
- Hamburg: Fokus auf einkommensschwache Haushalte mit Zuschüssen von bis zu 500 € (deckt oft bis zu 90 % der Kosten).
2. Kommunale Highlights (Städte & Gemeinden)
Viele Kommunen fördern die Balkonkraftwerk Montage mit eigenen Budgets:
- Bonn: Gestaffelt nach Wohnstatus. Mieter erhalten bis zu 480 € (600 €/kWp), Eigentümer bis zu 240 €. Inhaber des Bonn-Ausweises erhalten sogar bis zu 90 % der Kosten.
- Darmstadt: Pauschal 200 € für ein Solarmodul und 400 € für zwei Module (max. 50 % der Gesamtkosten).
- Düsseldorf: Über das Programm „Klimafreundliches Wohnen“ sind bis zu 600 € (50 % der Kosten) möglich. Düsselpass-Inhaber erhalten bis zu 800 €.
- Essen: Mieter können einen pauschalen Zuschuss von 150 € beantragen.
- Freiburg: Pauschale Förderung von 150 € für Mieter (mit Freiburg-Pass bis zu 300 €).
- Kassel: Alle Bürger erhalten 150 €. Haushalte im Stromspar-Check bekommen Anlagen bis 500 € teils kostenfrei.
- München: Förderung von 40 Cent pro Watt-Peak (max. 320 €). Für München-Pass-Inhaber steigt der Satz auf 50 Cent.
3. Aktuelle Stopps und Wartelisten
Einige Programme sind aufgrund der hohen Nachfrage für 2025 bereits geschlossen oder pausiert:
- Heidelberg & Ludwigsburg: Derzeit Förderstopp. In Ludwigsburg wird mit einer Neuauflage im Frühjahr 2026 gerechnet.
- Ulm & Braunschweig: Budgets für 2025 sind weitestgehend erschöpft; hier lohnt sich die Anfrage für das neue Haushaltsjahr 2026.
- Kiel: Das Programm ist seit Mitte 2025 vorerst gestoppt.
So finden Sie Informationen zur Balkonkraftwerk Förderung für Städte und Gemeinden
Da es keine zentrale Liste für ganz Deutschland gibt, geben wir dir hier eine Anleitung zur Selbsthilfe. So findest du heraus, welche Maßnahmen an deinem Standort unterstützt werden.
- Rathaus & Klimaschutzmanager: Ruf dort an. Die Informationen sind dort oft am aktuellsten.
- Stadtwerke: Viele lokale Versorger bieten eigene Geräte-Zuschüsse an, um die Miete oder den Kauf attraktiver zu gestalten.
Muster-E-Mail für deine Anfrage
"Guten Tag, ich plane die Installation einer Photovoltaikkleinanlage (Balkonkraftwerk) an meinem Wohnsitz und möchte die Möglichkeit zur Energiewende nutzen. Können Sie mir mitteilen, ob Fördermittel zur Verfügung stehen?"
Voraussetzungen: Erst Balkonkraftwerk Förderung beantragen, dann Kauf
Die goldene Regel lautet: Erst den Förderantrag stellen, dann das Balkonkraftwerk kaufen. Wer erst bestellt, geht oft leer aus. Informiere dich zwingend über die Richtlinien für Stecker Solargeräte in deiner Kommune. Ein wichtiger Hinweis: Oft wird eine Bestätigung der Wohnungseigentümer oder des Vermieters verlangt, wenn du als Mieterinnen und Mieter eine Anlage an der Brüstung anbringen willst.
Rechenbeispiel: Mit und ohne Balkonkraftwerk Förderung
| Szenario |
Wohnung (60–80 m²) |
Einfamilienhaus |
| Investition (Netto, 0 % MwSt) |
450,00 € |
450,00 € |
| Eigenverbrauchsquote |
ca. 40 % (320 kWh) |
ca. 70 % (560 kWh) |
Ersparnis pro Jahr (bei 0,35 €/kWh) |
112,00 € |
196,00 € |
| RECHNUNG OHNE FÖRDERUNG |
| Tatsächliche Anschaffungskosten |
450,00 € |
450,00 € |
| Amortisationszeit (ROI) |
ca. 4,0 Jahre |
ca. 2,3 Jahre |
| RECHNUNG MIT FÖRDERUNG (–200 €) |
| Tatsächliche Anschaffungskosten |
250,00 € |
250,00 € |
| Amortisationszeit (ROI) |
ca. 2,2 Jahre |
ca. 1,3 Jahre |
Die Ersparnis auf der Stromrechnung (oft 60 € bis 240 € pro Jahr) sorgt dafür, dass sich steckerfertige PV Anlagen heute oft schon nach 1 bis 2 Jahren amortisieren – weit schneller als früher.