Flexible Solarmodule: Photovoltaik dort nutzen, wo klassische Module an ihre Grenzen stoßen
Im Video erklärt: Unendliche Möglichkeiten von flexiblen Solarmodulen
Flexible Lösungen sind heute gefragter denn je – im Alltag, in der Wirtschaft und auch bei der Energieversorgung. Genau an diesem Punkt kommen flexible Solarmodule ins Spiel. Ich erlebe in der Praxis immer häufiger Situationen, in denen klassische, starre Solarmodule schlicht nicht montierbar sind. Zu wenig Platz, ungünstige Geometrien oder bauliche Einschränkungen machen eine herkömmliche Photovoltaik-Anlage unmöglich. Flexible Solarmodule schließen genau diese Lücke.
Sie ermöglichen es, Solarstrom auch dort zu erzeugen, wo man früher passen musste – auf kleinen Balkonen, gewölbten Flächen oder in mobilen Anwendungen. Nicht als Ersatz für große Dachanlagen, sondern als clevere Ergänzung und Lösung für besondere Fälle.
Was flexible Solarmodule technisch auszeichnet
Der größte Unterschied zu klassischen Glas-Glas- oder Glas-Folie-Modulen liegt im Aufbau. Flexible Solarmodule sind extrem dünn, meist nur wenige Milimeter stark, und bringen nur rund drei Kilogramm auf die Waage. In der Handhabung macht das einen enormen Unterschied – sowohl bei der Montage als auch beim Transport.
Trotz der kompakten Bauweise liefern moderne flexible Module eine Leistung von bis zu 200 Watt. Mit Abmessungen von etwa 1,11 Meter × 90 Zentimeter passen sie auf Flächen, die für Standardmodule mit rund 1,80 Metern Länge schlicht zu klein sind. Genau das macht sie für Balkone, Brüstungen oder Sonderflächen interessant.
Ideal für unregelmäßige und gebogene Flächen
Ein klarer Vorteil zeigt sich dort, wo starre Solarmodule physisch an ihre Grenzen stoßen. Flexible Module lassen sich biegen und an leichte Rundungen anpassen. In der Praxis sehe ich sie häufig an:
Halbrunden Balkongeländern
Flexible Module lassen sich an leichte Rundungen anpassen und sauber integrieren.
Wohnmobilen, Campern und Vans
Ideal, wenn Gewicht und flexible Montage entscheidend sind.
Booten und Yachten
Praktisch für leicht gewölbte Flächen und begrenzten Platz.
Gerade bei Balkonen ist das ein entscheidender Punkt. Viele Geländer bieten schlicht nicht genug Höhe oder Tiefe für klassische Module. Flexible Solarmodule lassen sich dort sauber integrieren, ohne die Optik zu dominieren oder statische Probleme zu verursachen.
Montage ohne Bohren – ein großer Vorteil für Mietwohnungen
Ein Punkt, der für viele entscheidend ist: Flexible Solarmodule lassen sich ohne Bohren montieren. Die Module verfügen über integrierte Ösen am Rand. Mit stabilen Stahl-Kabelbindern, die direkt mitgeliefert werden, können sie sicher am Geländer oder an anderen geeigneten Strukturen befestigt werden.
Aus technischer Sicht ist das eine einfache, aber sehr effektive Lösung. Für Mieter ist sie besonders attraktiv, da keine dauerhaften Veränderungen an der Bausubstanz entstehen. Beim Auszug lassen sich die Kabelbinder einfach durchtrennen, das Modul ist innerhalb weniger Minuten demontiert und kann problemlos mitgenommen werden.
Flexible Solarmodule für mobile Anwendungen
Auch außerhalb von Balkonen spielen flexible Module ihre Stärken aus. Beim Camping, auf Booten oder im Vanlife-Bereich sind Gewicht und Flexibilität oft entscheidend. Hier ist eine klassische Photovoltaik-Installation meist zu schwer oder zu unhandlich.
Flexible Solarmodule lassen sich auslegen, aufkleben oder befestigen und liefern zuverlässig Strom für Grundverbraucher. Natürlich ersetzen sie keine große Dachanlage, aber sie sind ideal, um autark zu bleiben und Geräte, Akkus oder kleine Speicher zu versorgen.
Spannung, Strom und der richtige Mikrowechselrichter
Ein technischer Punkt, den ich in der Beratung immer wieder anspreche, ist die elektrische Auslegung. Flexible Solarmodule gibt es in unterschiedlichen Varianten. Manche liefern eine niedrigere Spannung bei höherem Strom, andere arbeiten mit höherer Spannung und geringerem Strom.
Gerade für Balkonkraftwerke ist die Spannung entscheidend. Mikrowechselrichter starten in der Regel erst ab etwa 16 Volt. Module mit einer höheren Modulspannung – idealerweise im Bereich von 30 bis 60 Volt – sorgen dafür, dass der Wechselrichter früher am Morgen anspringt, länger am Abend läuft und auch bei diffusem Licht effizient arbeitet.
Reicht die Spannung eines einzelnen flexiblen Moduls nicht aus, lassen sich zwei Module problemlos in Reihe schalten. Dadurch verdoppelt sich die Spannung, und der Betrieb mit einem Mikrowechselrichter ist technisch sauber gelöst. Genau hier zeigen flexible Solarmodule ihre Stärke als Ergänzung zu klassischen Systemen.
Mehr Infos zu Mikrowechselrichtern gefällig? - Dann schau hier mal vorbei:
Für wen flexible Solarmodule besonders sinnvoll sind
Aus meiner Sicht sind flexible Solarmodule keine Spielerei, sondern eine sehr gezielte Lösung für bestimmte Situationen. Sie eignen sich besonders für:
- Balkone mit wenig Platz oder ungewöhnlicher Geometrie: Wenn Standardmodule schlicht nicht passen.
- Mietwohnungen ohne Bohrmöglichkeiten: Montage ohne dauerhafte Eingriffe in die Bausubstanz.
- Mobile Anwendungen wie Camper, Boot oder Garten: Leicht, flexibel und schnell einsatzbereit.
- Sonderflächen, die mit klassischen Modulen nicht belegbar sind: Für unregelmäßige, gewölbte oder schwierige Flächen.
Wer maximale Leistung pro Quadratmeter sucht, wird weiterhin zu klassischen Modulen greifen. Wer jedoch Photovoltaik dort nutzen möchte, wo es bisher kaum möglich war, findet in flexiblen Solarmodulen eine überzeugende Alternative.
Fazit: Anpassungsfähigkeit statt Kompromisse
Flexible Solarmodule stehen für das, was moderne Photovoltaik heute leisten soll: Anpassungsfähigkeit. Sie sind leicht, vielseitig einsetzbar, einfach zu montieren und technisch ausgereift genug, um zuverlässig Strom zu liefern.
Sie ersetzen keine große Dachanlage – aber sie machen Solarstrom dort möglich, wo man früher verzichten musste. Und genau das ist ihr größter Vorteil.